Videoaufsichten für Bremen
Museumsaufsichten, die gewöhnlich auf Kunstwerke aufpassen und die Besucher_innen beobachten, werden hier selbst zum Gegenstand eines Kunstwerks.
Auf Monitoren, die auf schwarzen Stelen im Raum verteilt stehen, erscheinen die Oberkörper von Museumwächter_innen, die die realen Besucher_innen direkt ins Visier zu nehmen scheinen und ansprechen. Sie begrüßen und maßregeln sie ("Nichts berühren bitte!", "Sie haben da was fallen lassen!" …), aber sie langweilen sich auch, räuspern oder schnäuzen sich. Die Frage ist, wer beobachtet hier wen?
Die Arbeit wird dem jeweiligen Ausstellungsort angepasst, indem dann das dort diensthabende Wachpersonal und die Museumsleitung (bzw. ein Kunsthistoriker oder eine Kunsthistorikerin) in den Monitoren erscheinen. In diesem Fall handelt es sich um den damaligen Direktor der Kunsthalle Bremen, Wulf Herzogenrath, sowie um vier Personen, die real als Aufsichten in der Kunsthalle gearbeitet haben und sich auf den Monitoren abwechseln.
Es gibt inzwischen 5 Versionen der "Videoaufsichten" und zwar für folgende Institutionen:
Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, 1993 (mit Prof. Dr. Siegfried Zielinski)
Karl Ernst-Osthaus-Museum Hagen, 1994 (mit Prof. Dr. Michael Fehr)
Kunstmuseum Bern, 2002 (mit Prof. Dr. Peter Schneemann)
Rheinisches LandesMuseum Bonn, 2004 (mit Prof. Dr. Frank Günter Zehnder)
Kunsthalle Bremen, 2005 (mit Prof. Dr. Wulf Herzogenrath)
Darsteller_innen: Mileva Bjelobrk, Gerhard Dittmer, Wulf Herzogenrath, Rita Piel, Burkhard Ramdohr