Sleepless Man
Sleepless Man

Sleepless Man

2003 – Videoprojektion auf eine Wand, Dauer der Sequenz: 20'11 Minuten

Der Betrachter wird mit einer intimen Situation konfrontiert. Die Projektion auf der Wand zeigt vor schwarzem Hintergrund in realer Größe ein blaues Bett in Seitenansicht, auf dem sich Mann unter einer gelben Bettdecke unruhig hin und her wälzt. Mit geschlossenen Augen versucht er vergeblich die ideale Liegeposition zu finden. Was hält ihn wach? Aus der Richtung des Videobeamers dringt das regelmäßige Ticken eines Weckers. Die klangliche Ebene wird sich mit den unterschiedlichen Orten der Präsentation ändern. Das jeweilige Geräusch versucht dabei niemals das Bild affirmativ zu vertonen, sondern wird dem Bild quasi im Dialog gegenüber stehen und sich zwischen den Polen Ruhe und Unruhe, Sicherheit und Bedrohung bewegen. So gilt das Schnurren einer Katze gemeinhin als Zeichen von Wohlbefinden, wird aber im Zusammenhang mit der schlafenden Frau vielleicht eher als ein die Nachtruhe störendes Element interpretiert. Genauso kann das Knistern eines Feuers das Geräusch eines gemütlichen Kaminfeuers sein, aber genauso von alles vernichtenden Flammen herrühren. Für ein regelmäßiges Ticken kann ein normaler Wecker aber auch eine Zeitbombe die Ursache sein.

Diese Arbeit kann auch zusammen mit "SLEEPLESS WOMAN" gezeigt werden, wie in der Ausstellung "Second International Installation Triennale" im Haifa Museum of Art, Israel, 2003

Darsteller: Bodo Seipke